Troils

Kapi Tel 17

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Siebenzehnter Abschnitt.

Vom Heckla.

Die Ursache, dass mehr vom Heckla, oder wie er da im Lande heisst Hecklu-fiall geredet wird, als von andern eben so grossen und verheerenden Vulkanen, liegt wohl theils daran, dass derselbe so häufig hintereinander Feuer gespieen, theils dass er so liegt, dass er allen nach Grönland und Nordamerika seegelnden Schiffen in die Augen fällt. Da wir denselben unter allen feuerspeyenden Bergen mit der grössten Genauigkeit untersucht haben; so will ich hier eine Beschreibung von dem Zustande geben, worinn wir ihn den 24 September 1772 antrafen.

Nachdem wir vorher viele Strecken von Lava gesehen, worunter Garde und Hvaleyre hraun die grössten waren, setztzen wir unsere Reise bis an den Fuss des Berges fort. Wir liessen daselbst ein Zelt aufschlagen, um darinn unser Nachtquartier zu nehmen, und um am folgenden Morgen mit erneuten Kräften den Berg besteigen zu können. Das Glück war uns auch sehr günstig, so dass wir bey einem erwünschten Wetter hier alles sehen konnten, was wir begehten, das Feuerspeyen selbst blos ausgenommen.

Der Berg liegt im südlichen Theil des Landes, ungefähr 4 Meilen vom Ufer, und ist oben in drey Spitzen getheilt, wovon die mittelste die höchste und nach einer genauen Abmessung nach Ramsdens Barometer etwas über 5000 Fuss höher ist, als das Meer. Anfangs bedienten wir uns noch unserer Pferde, mussten aber solche bey der ersten Oefnung, wo das Feuer ausgebrochen war, stehen lassen. Diess war ein mit hohen glassirten Wänden umgebenes Feld, dessen Boden mit hohen glassirten Klippen angefüllt ist, die mit nichts als mit sich selbst verglichen werden können.

Höher herauf fanden wir eine Menge Grus und Steine, und endlich noch etwas weiter herauf eine neue Oefnung, die nicht sehr tief war, aber doch weiter herunter gieng, als bey der obersten Spitze. Uns dünkte, dass wir hier deutliche Spuren von siedendheissen Wasser bemerken konnten.

Nicht weit davon fieng der Berg an, mit Schnee bedeckt zu werden, einige kleine Flecken ausgenommen, die an verschiedenen Stellen blos waren. Wir konnten anfangs die Ursache davon nicht mit Gewissheit entdecken, fanden aber hernach, dass es eine Folge der aus dem Berge aufsteigenden heissen Dünste war. Je höher wir herauf kamen, desto grösser wurden diese Flecken, und ungefährt 200 Ellen von der Spitze war ein Loch, das etwa anderthalb Ellen im Durchmesser hatte, woraus ein so heisser Dunst hervorstieg, dass wir nicht im Stande waren, mit dem Thermometer den Grad der Hitze zu untersuchen.

Hier fieng die Kälte an sehr beschwerlich zu werden, denn Farenheits Thermometer, das unten am Berge 54° war, fiel nun bis auf 24°, und der Wind war überdem in den Wolken so heftig, dass wir uns bisweilen niederlegen mussten, um nicht von den häufigen Windstössen in die schrecklichsten Abgründe herunter gestürzt zu werden.

Wir waren nun auf einer der obersten Spitzen, als unser Begleiter, der an diesem Spatziergange kein sonderliches Vergnügen fand, uns zu überreden suchte, dass hier die höchste Spitze des Berges sey. Wir hatten eben unsere Beobachtungen geendiget und dabey gefunden, dass Ramsdens Barometer auf 24, 238 und das daran befestigte Farenheits Thermometer auf 27 stand, als sich zum Glück die Wolken zertheilten, und wir etwas weiter davon noch einen höhern Gipfel erblickten. Wir hatten keine lange Ueberlegung nöthig, um uns sogleich dahin zu begeben, und fanden solchen oben acht Ellen in der Breite und 20 in die Länge ganz frey von Schnee, doch war der Sand noch ganz nass von dessen Wegschmelzung. Hier hatte man zu einer und derselben Zeit beides eine grosse Kälte und Hitze, denn in der Luft war Farenheits Thermometer allezeit 24, wenn man ihn aber an die Erde setzte, stieg er bis zu 253 (*). Der Barometer war hier 22, 247 und dessen Thermometer 38.

(*) In den Philosoph. Transact. für das Jahr 1771 ist eine Observation über die Hitze des Vesuvs von John Howard eingerückt, wo Farenheits Thermometer, wenn die Kugel in den Sand niedergesetzt worden, zu 240 stieg.

Wir konnten hier nicht lämger verweilen, so grosse Lust wir auch dazu hatten, sondern begaben uns wieder herunter, nachdem wir dort die letzte Oefnung betrachtet hatten, wo die eine Wand ganz über den Haufen geworfen, die andere aber mit Grus und Asche bedeckt war. Auf dem Rückwege bemerkten wir drey ansehnliche Oefnungen. In der einen sahe alles so roth aus als Ziegelstein. Aus einer andern war die Lava in einem ungefähr 50 Ellen breiten Strohm ausgebrochen, welcher von den Isländern stenaa d.i. Steinfluss genannt ward, und der etwas weiter hin sich in drey breite Arme theilte. Weiter fanden wir eine nicht sehr grosse aber cirkelrunde Oefnung, auf deren Boden wir einen Berg eines Zuckerhuts erblickten, bey dessen Aufwerfung das Feuer schien seine letzte Kraft angewandt zu haben.

Der Heckla hat 22mal Feuer gespieen. Der letzte Feuerausbruch fieng 1766 den 5 April an, und währte bis den 7 Sept. desselben Jahrs. Auch im December 1771 sowohl als im Septembr. 1772 gab er Flammen von sich.

Der Berg besteht nicht aus Lava, sondern grösstentheils aus Sand, Gries und Asche, welche nebst grossen theils geschmolzenen, theils wenig vom Feuer angegriffenen Steinen ausgeworfen sind. Hier gab es auch allerhand Arten Bimssteine, worunter wir ein Stück mit Schwefel fanden. Die Bimssteine waren bisweilen so ausgebrannt, dass sie so leicht als Werg waren, sie hatten oft eine schöne Gestalt und Farbe, waren aber dabey so mürbe, dass man sie kaum von einem Ort zum andern bringen konnte. Von der gewöhnlichen Lava fand man sowohl ganze Stücke als Scherben, imgleichen eine Menge an seinen äussersten Theilen verbrannten schwarzen Jaspis, der oft wie Bäume und Zweige gebildet war. Unter den hier aufgeworfenen Steinen, welche dem Feuer zur Nahrung dienen, sahe man auch etwas Schiefer, der zwar jetzt roth aussahe, allein durch das Feuer ausgebrannt seyn mogte.


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